Veranstaltungen

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30

     61

 

    1

    

30.07.- 04.08.2017

Sommer-Camp 2017 in 

Habischried | Mehr

1

.

Hyongs/ Formen

Durchbruch des deutschen Taekwondo, (1970- 74), hier eine deutsche Version und Interpretation der 24 Hyongs. 


24 Hyongs

In alten Zeiten übten die Schüler noch nicht mit Partnern, aus Sorge, sie zu verletzen. So wurden be­stimm­te Be­we­gungs­ab­läufe fest­ge­legt: Die Formen – auf koreanisch „Hyong“ ge­­nannt. In den Hyongs kann der Übende seine Techniken ohne jedes Abstoppen im Wechsel von Ver­tei­digung und Angriff realistisch üben. Er kämpft dabei ge­gen mehrere fiktive Geg­ner.

Insbesondere wichtig ist dabei die Atmung, de­ren Kon­trol­­le und deren Perfektion. Sie hilft, die Kraft schnell und richtig zu konzentrieren.  Sie bewirkt Ausdauer und Spann­kraft. Sie ist die Lebens­energie für Körper und Geist. Dem Lehrer zeigen die Hyongs, inwieweit der Schüler mit dem Taekwondo eins geworden ist, ob er Bewegung, Technik und Sinn begriffen hat.

Die alten Gesetze in Asien ähnelten dem Gesetz des Hamurabi : Auge um Auge, Zahn um Zahn; sie wurden strikt angewandt, selbst wenn sie bisweilen den Tod herbeiführten. In einer solchen Situation, in der zudem das heutige System des "Freistilsparring" noch nicht entwickelt war, konnte ein Schüler der kriegerischen Künste unmöglich seine Angriffs-und Verteidigungstechniken übungsweise gegen einen tatsächlichen Gegner praktizieren.

 

Der Fortschritt des einzelnen war gehemmt, bis ein einfallsreicher Schüler die ersten Übungsfiguren erfand. Die Übungsfiguren bestehen aus verschiedenen Grundbewegungen, die zumeist entweder Angriffs-oder Verteidigungstechniken verkörpern und nach einem festen, logischen Schema abgewickelt werden.

 

Der Schüler setzt sich systematisch mit mehreren imaginären Gegnern in verschiedenen gestellten Situationen auseinander und benutzt dabei alle zur Verfügung stehenden Angriffs-und Abfangwaffen aus verschiedenen Stellungen. Auf diese Weise macht das Trainieren von Übungsfiguren dem Schüler möglich, nacheinander zahlreiche Grundbewegungen auszuführen, "Sparring"-Techniken zu entwickeln, größere Flexibilität der Bewegungen zu erreichen, Körpergewichtsverlagerung zu üben, Muskeln und Atemkontrolle zu entwickeln, flüssige und geschmeidige Bewegungen zu erlernen und zu lernen sich rhythmisch zu bewegen. Es gestattet dem Schüler weiterhin, gewisse Spezialtechniken zu meistern, die weder durch die Grundbewegungen noch durch das "Sparring" zu erlernen sind. Aus dem allgemeinen Sparring/Freikampf kann man nur ersehen, dass ein Gegner mehr oder weniger fortgeschritten ist, während die Übungsfiguren einen besseren Maßstab zur Bewertung der Technik des einzelnen Schülers liefern. Die folgenden Punkte sollten bei der Ausführung der Übungsfiguren beachtet werden:

  1. Die Übungsfigur/Hyong muss  an der gleichen Stelle zu Ende geführt werden, an der sie begonnen wurde. Damit beweist der Ausführende seine Präzision.
  2. Eine Vorschriftsmäßige Haltung und die Blickrichtung müssen durchgehend gewahrt werden.
  3. Während der kritischen Punkte in den Übungen sollten die Körpermuskeln entweder angespannt oder entspannt sein.
  4. Die Übung muss in rhythmischen Bewegungen ohne jede Steifheit ausgeführt werden.
  5. Jede Übungsfigur muss ausgearbeitet sein, ehe man zur nächsten übergehen kann.
  6. Die Schüler sollten sich über den Zweck einer jeden Bewegung im Klaren sein.
  7. Die Schüler sollten jede Bewegung in realistischer Weise ausführen.
  8. Angriffs-und Verteidigungstechniken sollten gleichmäßig auf rechte und linke Handbewegungen und Fußaktionen verteilt werden. Beim traditionellen Taekwondo-Do gibt es insgesamt 24 Übungsfiguren.

Die Gründe für das Vorhandensein von 24 Übungsfiguren/Hyongs

Das Leben eines einzelnen Menschen, selbst wenn er 100 Jahre alt wird, erscheint im Vergleich zur Ewigkeit so kurz wie ein Tag. So sind wir Sterblichen nicht mehr als schlichte Reisende, die in einem Tag an der Ewigkeit vorbeiziehen.

 

Es ist klar, dass niemand über eine begrenzte Zeit hinaus existieren kann. Dennoch werden viele Menschen in ihrer Dummheit Sklaven des Materialismus, als ob sie tausend Jahre zu leben hätten. Andere Leute streben danach, der Nachwelt ein wertvolles geistiges Erbe zu hinterlassen, um auf diese Weise Unsterblichkeit zu erringen. Der Geist ist bekanntlich unsterblich, doch die Materie ist es nicht.

Aus diesem Grunde ist das, was wir zum Wohlergehen der Nachwelt hinterlassen können, wohl das Wichtigste in unserem Leben. Ich vermache hiermit Taekwon-Do der Menschheit, ais den Nachlaß eines Menschen des späten 20. Jahrhunderts. Die 24 Übungsfiguren symbolisieren 24 Stunden, einen Tag, mein ganzes Leben. General Choi Hong-hi (* 9. November 1918 in Kankyō-hokudo, damaliges Japanisches Kaiserreich, heutiges Nordkorea; † 15. Juni 2002 in Pjöngjang, Nordkorea)

24 Hyongs II



.