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Oktogon und deren Bedeutung im WinTaekwondo

Aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes der Kampfkunst WinTaekwondo und der traditionellen Ausrichtung, war es erforderlich ein mächtiges, umfassendes und aussagekräftiges Symbol zu entwickeln. Ein Polygon mit regelmäßigen acht Ecken und Seiten (Oktogon), Trigrammen (Orakelzeichen) und einem einzigartigen Zentrum (Mitsu Dome), vereinigen das Wesentliche der Zielsetzung. Als Vorbild wurde ein Achtort (Proportionsschlüssel aus der Gotik), bestehend aus einem Kreis und zwei innenliegenden, um 45 Grad gedrehten Quadraten verwendet.

In der mitteleuropäischen Zahlensymbolik ist die Acht die Zahl des glücklichen Anfangs, der Neugeburt, des Neubeginns, der geistigen Wiedergeburt und das Symbol des Glücks. In der südostasiatischen Kultur gilt die Acht ebenfalls als Glückszahl. So werden in China acht Heilige verehrt und das altchinesische Buch der Wandlung kennt acht Trigramme auf die unten noch ausführlich eingegangen wird.

Das Oktogon ist eine wichtige Bauform der christlichen sakralen Architektur. Es folgt der christlichen Bedeutung der Acht als heiliger Zahl. Sie steht meist für Vollkommenheit und göttliche Perfektion. Nach dem Vorbild von San Vitale in Ravenna und des islamischen Felsendoms wurden viele wichtige Kirchen um ein zentrales Oktogon entworfen.

Das Taufkreuz: besteht aus dem griechischen Kreuz mit dem griechischen Buchstaben "X", der ersten Initiale des Titles "Christus". Dieses Kreuz ist ein Symbol der Regeneration und wird somit in Verbindung mit der Taufe gebracht.

Der islamische Stern mit acht Zacken wird Rub al-hizb oder auch Khatim (Siegel des Propheten) genannt. Viele Bauten im islamischen Kulturkreis sind mit achteckigen Fliesen geschmückt, das Symbol für Wissen.

Der achtzackige Stern, auch als ?Lakshmi-Stern" bekannt, steht im Hinduismus für die acht Reinkarnationen der indischen Göttin Lakshmi. Als Vishnus Gemahlin ist sie ?die Göttin der weiblichen Schönheit, der Freigebigkeit, des Glücks und Erfolgs.

Im Buddhismus führt der achtfache Pfad aus Samsara heraus zur Befreiung. Sein Symbol ist das Dharmachakra, ein achtspeichiges Rad. Aus ihm besteht die vierte der vier edlen Wahrheiten. Der Edle Achtfache Pfad ist ein zentrales Element der buddhistischen Lehre.

Historisch ist das I Ging viel älter als die Yin-Yang-Lehre, folgende Zuordnungen für die zwei ?Linien" sind jedoch mit der Zeit üblich geworden:

Die durchgezogene Linie steht für das yáng : Ausdehnung, maskuliner Aspekt, Licht, Leben, ungerade Zahlen, Durchdringung, Berge; in Indien der Lingam. Symbol ist der Drache.
Die unterbrochene Linie steht für das y?n: Zusammenziehung, femininer Aspekt, Dunkelheit, Nacht, Tod, gerade Zahlen, Widerstand, Wasserläufe; in Indien die Yoni. Symbol ist der Tiger.

Das I Ging bzw. Yì J?ng (Buch der Wandlungen) ist eine Sammlung von Strichzeichnungen und zugeordneten Sprüchen. Es ist der älteste der klassischen chinesischen Texte.

Die älteste Schicht des Buches heißt Zh?u Yì, das Yì (Wandel) der Zh?u(-Dynastie). Das Zh?u Yì besteht aus 64 Gruppen von je sechs durchgehenden oder unterbrochenen Linien. Die Gruppen werden auch Hexagramme genannt. Zusätzlich enthält das Buch seit dem 2. Jhd. v. Chr. eine Reihe von angehängten Texten, die die Zehn Flügel oder auch Kommentar zum Yì heißen und aus zehn Dokumenten in sieben Abteilungen bestehen. Sie werden traditionell Konfuzius zugeschrieben.

Ursprünglich stammen die Zeichen aus der chinesischen Orakel-Praxis, näher hin dem Schafgarbenorakel, die Sprüche hingegen aus der Spruchtradition und der Ritualpraxis. In der gelehrten Rezeption seit dem 4. Jhd. v. Chr. existierten zwei Deutungstraditionen. Die volkstümliche Benutzung des Zh?u Yì als Orakelbuch kam nie außer Gebrauch und das Verständnis des Textes als Weisheitsbuch prägte auch die europäische Rezeption.

Die chinesische Tradition nimmt an, die Prinzipien des I Ging seien auf den "Berufenen", die Ahnengottheit, aus dem Klan Fu Xi bzw. den legendären ersten Kaiser Fu Xi (ca. 3. Jahrtausend v. Chr.), zurückzuführen; dieser habe die acht Grundzeichen entdeckt.

Tabelle

Das Symbol steht für den fort- währenden Wechsel zum Guten und der steten Veränderung. Es wird in vielen Kulturen als universales religiöses Symbol (Trias) verwendet. Die magische Zahl ?Drei"- Tropfen steht in diesem Zusammenhang für Körper, Geist und Seele.

Einer der Ursprünge des Mitsu Dome findet sich auf der Ry?ky? Inselgruppe (heute Okinawa/Japan). So wurde das Zeichen von den Wak?-Piraten verwendet, die Hachiman zu ihrem speziellen Schutzgott erkoren hatten. Möglicherweise durch Vermittlung der Wak? wurden sowohl Hachiman als auch das Tomoe-Symbol im Inselreich Ry?k bekannt und vom dortigen Königshaus übernommen.

Viele Karate Stille haben ihren Ursprung auf der Ry?ky? Inselgruppe und im Besonderen Okinawas. Hier entwickelte Uechi Kanbun (jap.* 5. Mai 1877; ? 25. November 1948), den Pangai-Uechi-ry? Still und Funakoshi Gichin (jap.* 1868; ? 1957), den Sh?t?kai-Stil.

Die Verbindungen zum Taekwondo sind prägnant und bedürfen einer Erklärung! Korea war 1910 ? 1945 von Japan annektiert. Traditionelle koreanische Kampfarten wie Taekgyeon und wurden durch ein Versammlungsverbot untersagt. Die japanischen Kolonialherren brachten zwar Kampfarten wie Jiu Jitsu, Kendo, Judo, Karate oder Sumo von Zuhause mit, aber Koreanern war es offiziell verboten, sie zu erlernen. Ausnahmen gab es beispielsweise für Koreaner, die in Japan studiert oder in der japanischen Armee gedient hatten.

Nach der Unabhängigkeit Koreas im Jahr 1945 kehrten Koreaner zurück in ihr Heimatland, die in Japan und der Mandschurei japanisches Karate gelernt hatten. Sie eröffneten die fünf ursprünglichen Kampfkunst-Schulen, aus denen später das Taekwondo entstehen sollte:

Lee Won-Kuk - Cheongdo-Kwan - Halle des wahren Weges
Hwang Ki - Moo Duk Kwan - Halle der Kampftugenden
Chun Sang-Sup - Yeonmu-Kwan/ Jido-Kwan - Weg der Weisheit
Yoon Byung-In - Changmu-Kwan/ Kwon-Bop - Faustmethode
Ro Byung-Jik - Seongmu-Kwan - Weg des Shotokan

General Choi Hong-hi (* 9. November 1918 in Kanky?-hokudo, damaliges Japanisches Kaiserreich, heutiges Nordkorea; ? 15. Juni 2002 in Pjöngjang, Nordkorea), einer der Entwickler und Namensgeber des heutigen Taekwondo, war von 1938 -1945 in japanischer Kriegsgefangenschaft. Dort erlernte er die japanische Kampfkunst Shotokan Karate. Ihm ist es auch zu verdanken, dass durch seine visionäre, strukturierte und ganzheitliche Vorgehensweise, Taekwondo, ein modernes Aussehen und Auftreten erhalten hat und damit eine herausragende Stellung unter den Kampfkünsten und im Kampfsport einnimmt.